Mondiali in Riace

Riace: Ein Dorf zum Ankommen. So lautet das Schild kurz bevor man diesen kleinen Ort erreicht, der mit den Bergen verwurzelt ist und den Blick auf das Blau des ionischen Meeres werfen lässt.

Schon länger berühmt für die Entdeckung zweier gut erhaltener antiker griechischer Statuen und seit kurzem, weil dieser Ort, weil Riace, das Wort Gastfreundschaft konkret umgesetzt hat. Begonnen hat alles Ende der 1990er Jahre mit der Ankunft von Flüchtlingen aus Kurdistan nach Riace Marina, die in Häusern untergebracht und willkommen geheißen wurden, die von den Eigentümern verlassen worden waren, die wiederum nach Norditalien oder in die größeren Städte ausgewandert waren.

Diese erste Erfahrung hat einem Projekt Leben verliehen, das von der gesamten Stadt geteilt und von seinem Bürgermeister, Mimmo Lucano, vorangetrieben wurde. Mimmo Lucano ist es dank seiner Eingliederungspolitik im Laufe der Jahre gelungen, Flüchtlinge und Asylbewerber unterzubringen und gleichzeitig die Grundversorgung und die Schule zu erhalten und die Finanzierung der Kleinstadt durch mikrounternehmerische, handwerkliche und landwirtschaftliche Aktivitäten zu sichern. Die Integration von Migranten wurde von rund siebzig von der Gemeinde und zum Teil aus nationalen Fördertöpfen für die Unterbringung von Asylbewerbern finanzierten Kulturvermittlern sichergestellt. Jugendliche aus Riace und den Nachbarorten haben dank dieses Projekts Arbeit gefunden und beschlossen, in ihrem Herkunftsdorf zu bleiben.

Ein Vorzeigemodell, das menschliche Beziehungen entwickelt und Arbeit geschaffen hat, das ein Land wieder aufgebaut hat, das aufgrund des Mangels an jungen Einwohnern zu veröden drohte, wie dies bei anderen schönen Dörfern bereits der Fall war. Ein Modell, das 2018 zwangsweeise beendet werden musste, als Mimmo Lucano wegen der Anklage wegen „Begünstigung illegaler Einwanderung“ festgenommen wurde. Heute steht Mimmo Lucano unter Hausarrest und darf das Dorf nicht betreten. (Mehr dazu findet ihr in den Links unten)

In der letzten Zeit wurde die Aufnahme und Rettung von Menschenleben auf See oder in den Alpenpässen zu einem “Verbrechen” erklärt, nicht nur in Italien, aber hier vor allem: Man behauptet NGO-Boote seien Seetaxis, Sprar (also das Förderprogramm zum Schutz der Flüchtlinge) verschwende Geld, und man denunzierte Gemeinden der Begünstigung illegaler Einwanderer…

Deshalb haben die Mondiali Antirazzisti dieses Jahr beschlossen, nach Riace zu gehen, weil wir an ein Aufnahmemodell glauben, das die Würde der Menschen respektiert und es so schafft, ihnen Arbeit und ein Zuhause zu geben. Wir glauben, dass eine friedliche Koexistenz zwischen verschiedenen Kulturen möglich ist und dass dies für alle (sogar für die „Italiener”) von Nutzen ist. Wir gehen nach Riace, weil wir Mimmo,  den Bewohnern, den Leuten, die dort arbeiten, zeigen wollen, dass wir bei ihnen sind. Weil wir möchten, dass Riace die Türen wieder öffnet. Wir möchten, dass unsere festliche und farbenfrohe Präsenz nicht nur Freude bereitet, sondern auch mit nachhaltigem Tourismus experimentiert, der es den lokalen Organisationen ermöglicht, weiter zu arbeiten und wieder alle willkommen zu heißen. Auch deshalb wird es kein kostenfreies Camping geben können.

Vom 5. bis 7. Juli spricht die Mondiali Antirazzisti deshalb Kalabirisch J.

Wir arbeiten derzeit an einem Programm, daher können wir euch im Moment nur von ein wenig über die verschiedenen Sportturniere und die stattfindenden Aktivitäten erzählen, folgt uns! Und vor allem teilt uns mit, ob ihr kommen und euch für das Fußball- und Volleyballturnier anmeldet.

In Kürze werden wir euch auch online informieren, wo ihr schlafen könnt. In Riace Marina und Caulonia gibt es mehrere Campingplätze, Hotels und Personen, die Häuser vermieten. Wir werden euch in Kürze Informationen und Referenzen geben. Wir werden euch darüber informieren, wie ihr dorthin gelangt (falls ihr nicht mit dem Auto anreist). In den kommenden Wochen wird die Homepage mit diesen Informationen bestückt. In der Zwischenzeit wollten wir euch diese Neuigkeiten mitteilen und euch die Wahl lassen, ob ihr in Bosco oder Riace (oder auch bei beiden) spielen möchtet, um weiterhin Anti-Rassismus und Anti-Faschismus zu unterstützen , die tägliche und echte, die von denen ausgeführt wird, die wirklich an Inklusion glauben.

Infos über Riace findet ihr unter anderem hier:

 http://www.taz.de/!5541036/

https://www.deutschlandfunk.de/italienisches-fluechtlingsdorf-riace-ein-modell-auf-der.795.de.html?dram:article_id=431160

http://antiranetlsa.blogsport.de/2018/10/23/italien-riace-ein-modell-das-stoert/ 

https://www.forumcivique2.org/app/download/9221722382/Archipel+273-D.pdf?t=1549956952

Videos: https://www.riacecittafutura.org/category/video-in-tedesco/